Schreib an Dich!

In der Rehabilitationsklinik treffe ich die Frau Angelika von Aufsess, die hier meine Psychologin ist. Sie ist nach langer Zeit eine Person, die mich wirklich bereits nach kürzester Zeit enorm  inspiriert. Übers Wochenende leihe ich mir ein Ansichts-Exemplar von ihrem Buch “Schreib an Dich! – 26 Arten, ein Tagebuch zu führen”, das sie 2015 bei Pattloch Verlag veröffentlichte. Unglaublich, aber nach den ersten Seiten verspüre ich die Lust, einen Tagebuch an mich zu schreiben und das hier sind die ersten Zeilen davon.

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Ich habe hier genügend Zeit um mir Gedanken zu machen, was mir wirklich ist. Ich stelle dabei fest, ich brauche um mich schöne Dinge zu haben um mich wohlzufühlen insbesondere Blumen. Eine schöne rote Topfpflanze hatte ich deswegen gestern auf dem Keramik- und Gartenmarkt gekauft, der gestern im Haus Park Röpersberg stattfand. Und einer kleiner keramischen Gartenfigur in Form einer Frau mit dunklen Haaren, rotem Kleid und geschlossenen Augen konnte ich auch nicht widerstehen. Irgendwie hat sie mich berührt und wollte mitgenommen werden. Sie tut sich neben der roten Pflanze auf dem Fensterbrett in meinem Rehazimmer sehr gut.  

Heute passierte es mir wieder. Ich fuhr nach dem Frühstück mit Tanja mit dem Bus auf die Insel um ein paar Drogerieartikel zu besorgen. Als wir dann durch die kleinen Geschäfte bummeln, entdecke ich einige schöne Kleinigkeiten wie Aufbewahrungsboxen, Stifte, gepünktete schwarz-weiße Tasse, Vase in meiner Lieblingsfarbe und skandinavischen Design, auf den ich jetzt momentan ziemlich abfahre, schwarzen Tablett und vier weiße Würfel mit den Buchstaben H O M E auf einer und L O V E auf der anderen Seite und einen dekorativen Untersetzer in Flieder als alte Fliese. Auch wenn ich mehr Geld als ursprünglich geplant dafür ausgebe, bin ich glücklich, als ich nachmittags meine neuen Schätze auf dem Zimmer betrachte. Es wird bestimmt auf meinen Instagram-Fotos ganz toll aussehen. Die werde ich morgen schön arrangieren und schöne Bilder für mein Instagram-Feed machen.

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mc-deko-ratzeburgTanja ist eine sehr angenehme Gefährtin. Zwar ein wenig abgedreht, aber ich habe das Gefühl, dass wir über alles miteinander reden können. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich nur vier Tage älter bin als sie und uns die gleiche chronische Erkrankung verbindet, wegen der wir hier in der Röpersbergklinik beide sind. Als wir feststellen, dass unser Bus zurück nur alle 120 statt 60 Minuten fährt, entscheiden wir uns schnell und unkompliziert in der Stadt Mittag zu essen und uns ohne große Diskussionen für das Lavastein Restaurant. Eine gute Wahl, wie sich herausstellt. Gutes Essen, humane Preise und sehr nettes Personal. Mir gefällt insbesondere die Ruhe auf dem Markt abseits von der Großstadthektik. Insgesamt benötige ich hier unheimlich viel Ruhe. Nach ein paar Tagen schalte ich sogar das Radio ab, weil es mich stört und höre stattdessen meine mitgebrachten CD´s mit Musik zum Chillen, Entspannen und Meditieren. Ich erkenne mich nicht wieder. Ich wünsche mir, ich hätte öfters die Muse, mir Zeit nur für mich zu nehmen. Um mir täglich eine Kanne Kräutertee zu kochen. Um mir Zeit zum Lesen und zum Schreiben zu nehmen, wie heute nachmittag. Denn das hat was Meditatives in sich. Ich weiß, dass sich das in meinem Alltag leider schwer umsetzen lässt. Ich weiß auch, dass ich manche Dinge in meinem Alltag ändern muss. Ich will mehr Selbstdisziplin an den Tag legen, in dem ich meinen Tagesablauf grob plane, mir für Dinge, die mir wichtig sind, mir feste Zeiten einplane und diese auch einhalte.

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