Medizinische Rehabilitation bei Endometriose

Voraussetzungen für eine medizinische Rehabilitation

Die richtige Diagnose

Bei der gesicherten Diagnose „Endometriose“ gibt es Möglichkeiten an einer medizinischen Rehabilitation teilzunehmen.  Der entsprechende Antrag wird bei der gesetzlichen Rentenversicherung gestellt. Diese prüft zunächst, ob sie als Kostenträger zuständig ist. Sollte das nicht der Fall sein, wird sie sich die entsprechenden Kosten der Maßnahme von der jeweiligen Krankenkasse erstatten lassen. Soweit ich weiß, klärt das die Deutsche Rentenversicherung dann intern mit der Krankenkasse ab. Daher reicht zunächst den Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung zu stellen. 

Formen der medizinischen Rehabilitation

Dabei gibt es zwei Formen der medizinischen Rehabilitation:

1. Anschlussheilrehabilitation (AHB)
2. Medizinische Rehabilitation 

Anschlussheilrehabilitation (AHB)

Voraussetzung für eine Anschlussheilrehabilitation oder auch Anschlussheilbehandlung genannt ist – wie der Name schon sagt – eine stationäre Krankenhausbehandlung. Dafür muss man den Sozialdienst des Krankenhauses einschalten.  Dabei ist aber Eigeninitiative gefragt, denn die Ärzte sagen es einem oft gar nicht. Der Sozialdienst leitet dann alles weitere in die Wege. Hier ist aber das Zusammenspiel mit dem behandelnden Arzt im Krankenhaus notwendig. Dieser schreibt ein Gutachten, ob er eine Anschlussheilrehabilitation befürwortet. 

Nur bei sehr kleinen Eingriffen, die normalerweise auch ambulant  durchgeführt werden können, scheuen die Ärzte den administrativen Aufwand.Solche Aufträge werden erfahrungsgemäß nicht bewilligt. Wird der Antrag aber gestellt und dennoch abgelehnt, kann man – und sollte man – Widerspruch einlegen. Bei größeren operativen Eingriffen wird meiner Erfahrung nach meistens eine Anschlussheilrehabilitation bewilligt.

Wichtig dabei ist, dass der Antrag spätestens 14 Tage nach der Entlassung bei der gesetzlichen Rentenversicherung eingeht. Das sollte man unbedingt im Auge behalten und beim Sozialdienst des Krankenhauses ggf. nachfragen.

Medizinische Rehabilitation

Selbst wenn man nicht stationär (im Krankenhaus) operiert worden ist, kann man eine medizinische Rehabilitation beantragen. Auch hier ist Eigeninitiative gefragt. Die Antragsunterlagen kann man sich auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung herunterladen. Wenn ihr der Deutschen Rentenversicherung Bund zugehörig seid, findet ihr die Antragsunterlagen HIER.

Dabei muss der behandelnde Arzt (Hausarzt oder Frauenarzt) einen ärztlichen Befundbericht zum Rehabilitationsantrag ausfühlen und die Diagnosen, aktuelle Beschwerden und Funktionseinschränkungen angeben.    

Wann ist eine medizinische Rehabilitation sinnvoll?

Meine 6 Gründe, warum ich die medizinische Rehabilitation beantragt habe:

Reha vor Rente

Aufgrund  der gesundheitlichen Einschränkungen, die meine Erkrankung mit sich bringt, kann ich meine bisherige berufliche Tätigkeit nicht mehr ausüben. Daher erhoffe ich mir die Unterstützung der Rehabilitationklinik. In jeder Rehaklinik gibt es einen eigenen Sozialberatungsdienst, der über die Möglichkeiten berät, bei der Antragstellung beratend zur Seite stellt und beim Ausfüllen der Antragsunterlagen hilft. 

Zeit für mich

Psychologische Einzelgespräche mit einer behutsamen Psychologin, kreative Gestaltung, ausgedehnte Spaziergänge in einer traumhaften Landschaft, Tagesausflüge am Wochenende sollen zu mehr Lebensqualität , Achtsamkeit und Selbstfürsorge im Alltag verhelfen. 

Kraft tanken

Durch die chronischen Schmerzen bin ich dermaßen ausgezerrt, dass ich ziemlich erschöpft bin. Durch die Behandlungen der Rehaklinik wie Yoga, Klangschalenmassagen,  speziellen Endometriose- Einzelkrankengymnastik, Entspannungsübungen, Krafttraining, Wassergymnastik, medizinische Vollbäder, Bindegewebsmassage, Narbenbehandlung usw. sollen mir helfen schneller fitter zu werden um den Alltag bewältigen zu können.

Information und Erfahrungsaustausch

Die geleiteten Gesprächsgruppen, gemeinsames Kochen in der Lehrgruppe sowie Mahlzeiten am gemeinsamen Esstisch helfen mit anderen Endometriose-Betroffenen in den Kontakt zu treten und sich auszutauschen. 

Spezielle Vorträge wie Umgang mit dem chronischen Schmerz, Stress und Stressbewältigung, Sozialrecht und Schwerbehinderung,  Arbeitsplatzberatung, Zyklusstörungen und Sexualität bei Endometriose sollen mit der chronischen Erkrankung  besser zurecht zu kommen und umzugehen.

Ärztliche Betreuung rund um die Uhr

Eine sorgfältige Aufnahmeuntersuchung und eine ausführliche Anamnese sowie regelmäßigen ärztlichen Kontrolluntersuchungen sollte möglichen Komplikationen nach dem operativen Eingriff Ende 01/2019 rechtzeitig zu erkennen und soweit wie möglich zu vermeiden.  Auch Folgeschäden durch Begleiterkrankungen sollen im Blick behalten um gar nicht entstehen zu können.

Reduzierung der Schmerzmedikation

Ein grundlegendes Element der Endometriose-Behandlung ist die medikamentöse Therapie. Mit Hilfe der Rehaklinik möchte ich herausfinden, was die bessere Alternative zur meiner derzeitigen Medikation mit Schmerzmitteln wäre, da diese nicht wirksam gegen die Schmerzen ist. Auch die Möglichkeiten einer hormonellen Therapie sollen thematisiert werden.

Meine Empfehlung

Es gibt also viele Gründe, warum eine Anschlussheilbehandlung oder eine medizinische Rehabilitation für Endometriose-Patientinnen sinnvoll ist.  Auf jeden Fall kann man durch Teilnahme an solcher Rehabilitationsmaßnahme nur profitieren und ist wirklich jeder von uns nur zu empfehlen!

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