Das Chamäleon in meinem Bauch!

*Werbung, da Namens- und Markennennung

Willkommen zurück, meine Endometriose!

Am 8. Januar 2019 überraschen mich mittags plötzlich heftigste  Unterbauchschmerzen. Auf Arbeit schleppe mich noch zu einem wichtigen Auswärtstermin hin.  Zunächst denke ich mir, dass ich bei dem Abteilungsfrühstück nur etwas falsches, also mit Weizen bzw. Laktose, gegessen habe. Die zweistündige Besprechung in einer Rechtsanwaltskanzlei überstehe ich den Umständen entsprechend ganz gut. Beim Sitzen spüre ich keine Bauchschmerzen. Ich kann aber kaum aufstehen, geschweige denn aufrecht laufen. Ich bete während der ganzen Heimfahrt nur darum, dass ich bloß nicht auf der Straße zusammenbreche. 

Irgendwie schaffe ich es mit enormen Anstrengung doch nach Hause. Zum Glück ist mein Mann auch von der Arbeit zurück. Er hilft mir ins Bett, ich nehme 40 Tropfen von Tramal* und versuche zu schlafen. Die Intensität der Bauchschmerzen übersteigt diesmal eine „normale“ Übelkeit, die inzwischen zu meinem Alltag gehört. Bin gezwungen eine weitere 40 Tramal*-Tropfen zu sich zu nehmen. Am nächsten Morgen kann ich trotzdem vor Bauchschmerzen kaum laufen. Daher fährt mein Mann mich mit dem Auto zur Arbeit. Um den Tag zu überstehen, habe ich meine Tramal*-Tropfen im Gepäck , diese zeigen aber keine Wirkung. 

Statt Neujahrempfang in die Notfallaufnahme

So beschließe ich, meinen Mann anzurufen und ihn zu bitten mich so schnell wie möglich auf der Arbeit abzuholen. Er soll mich in die Notfallaufnahme in das Humboldt-Klinikum fahren. Dort schicken die mich umgehend in die gynäkologische Station. Es besteht Verdacht auf eine Stildrehung der im November 2018 entdeckten Eierstockzyste äußere. Die Assistenzärztin untersucht mich sehr gründlich, ruft sogar Verstärkung hinzu. Es deutet nichts an eine Stildrehung hin. Das wäre für mich der einzige Grund im Krankenhaus zu bleiben. Also lehne ich den ärztlichen Vorschlag ab, mich zur Überwachung über die Nacht aufzunehmen. Die zur Rat zugezogene Fachärztin äußert den Verdacht auf eine Endometriosezyste. Noch ein Grund mehr, sich in eine auf Endometriose spezialisierte Klinik  einweisen zu lassen und nicht im Allgemeinkrankenhaus zu bleiben.  Auch weil ich am nächsten Tag den sehr wichtigen Jahresauftaktmeeting auf Arbeit habe. Aufgrund der Aufnahme von 40 Tramal*-Tropfen, die ich mittlerweile dreimal täglich nehme, kann ich eigentlich nicht ganz klar denken. 

Am nächsten Tag, bevor mein Mann mich wieder mit Auto in die Arbeit fahren muss, verspreche ich ihm, dass ich ihn wieder sofort anrufen werde, wenn ich vor Bauchschmerzen nicht mehr alleine nach Hause fahren kann. Bei dem Jahresauftaktmeeting bin mehr oder weniger nur körperlich anwesend. Danach bin ich gezwungen, mein Dienst  abzubrechen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu fahren.

Zu Hause angekommen, gönne ich mir Bettruhe und eine starke Dosis von meinen Schmerzmitteln. Am nächsten Tag habe ich Termin bei meiner Frauenärztin, die mich zunächst für zwei Tage arbeitsunfähig schreibt. Länger will ich auf keinen Fall krank geschrieben werden. Ich habe sowieso nächste Woche Urlaub und so werde ich diesen nutzen. Die Ultraschall-Untersuchung zeigt bis auf die bereits bekannte  Eierstockzyste aber nichts auffälliges. In einer Woche soll ich zur Kontrolle kommen und falls die Bauchschmerzen sich noch weiter verschlimmern sollten, soll ich unbedingt die Notfallaufnahme erneut aufsuchen.  

Mit Bauchschmerzen und Wärmeflasche im Bett statt City-Trip nach Stockholm

Am 10. Januar beschließen wir gezwungenermaßen unsere vom 12. – 16. Januar 2019 geplante Stockholmreise abzusagen.  Die gebuchte Unterkunft können wir stornieren, auf den Flug- und Stornokosten bleiben wir dennoch sitzen.  Auch das ist Endometriose! 

Stattdessen vereinbare ich ein Besprechungstermin mit dem Endometriosezentrum der S+A Klinik für MIC* (Minimal Invasive Chirurgie). In drei Wochen später, am 30.01.2019 um 11:00 Uhr, bekomme ich ein  Termin bei Prof. Bojahr*, dem  Teamchef Gynäkologie. 

Bei der Kontrolluntersuchung am 17. Januar 2019  bei der Frauenärztin weiß diese auch keinen Rat mehr. Sie stellt mir eine Überweisung für das Endometriosezentrum aus. Bei dem Ausmaß der Bauchschmerzen ist dies auch von ihrer Seite dringend anzuraten und zu empfehlen.  

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