Aufräumen in 5 einfachen Schritten (Teil 1)

Mein Tipp für das perfekte Aufräumen und ein ordentliches 2018

Keiner, der sein Zuhause perfekt und auf Dauer in kürzester Zeit aufräumen möchte, kommt an den Bestseller von Marie Kondo “Magic Cleaning”* vorbei. Ich lege einen großen Wert auf Ordnung und Sauberkeit. Was mir bisher fehlte, war eine gewisse Struktur (neudeutsch: Routine), mit der ich mich um den Haushalt in unserem (Gäste-)häuschen kümmere. Und dann entdeckte ich auf Facebook die Gruppe “Flykondo”, die meine Einstellung zum Aufräumen und Saubermachen änderte. So lerne ich auch die oben erwähnte Aufräumexpertin und Ordnungscoach Marie Kondo kennen. Die Mitgliederinnen dieser Gruppe schwärmten von ihrem Buch Magic Cleaning*!

Und da ich mir Ende des Jahres vorgenommen habe, meine Auszeit von einem halben Jahr für das komplette Entrümpeln, Ausmisten und Aussortieren zu nutzen, leihte ich mir gleich Anfang dieses Jahres in der örtlichen Bibliothek ein Exemplar von dem Bestseller Nr. 1 aus Japan aus. Ich verschlug das Buch innerhalb von drei Tagen. Seitdem sind zwei Monate vergangen. Und unser Haus ist so sauber und aufgeräumt wie noch nie! Und nicht nur das. “Bei uns sieht es so schön wie aus einem Katalog aus.” hat mein Mann mir gesagt, nach der zweimonatigen Aufräumaktion.

ORDENTLICHES ZUHAUSE, ORDENTLICHES LEBEN

Was braucht man aber dazu, sich nach 20 Jahren von allen Fotografien zu trennen und das Haus komplett zu entrümpeln und stets sauber und aufgeräumt zu halten?

Die richtige Einstellung

Erst als ich das Ausmisten und Entrümpeln als einen symbolischen Schlussstrich unter der Vergangenheit eingesehen hatte, war ich dazu in der Lage, Dinge zu entsorgen, die ich seit 20 Jahren von Wohnung zur Wohnung mit mir rumgeschleppt hatte. Gleichzeitig sah ich die geplante Aktion als einen Start in ein völlig neues, glückliches und erfülltes Leben. So zumindest verspricht es die Einleitung in Marie Kondos Buch “Magic Cleaning”* und ich war bereit es auszuprobieren.

Um zielgerichtet vorzugehen, ist wichtig das damit verbundene Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Noch bevor man überhaupt anfängt, sollte man sich entscheiden, wieso man aufräumen möchte und wie man sein Leben nach dem Aufräumen führen möchte? Bei mir war der Antrieb mein Streben nach Neustart und neuem Glück ausschlaggebend.

Zeit und Disziplin (neudeutsch: Konsequenz, das klingt schöner)

Um die ganze Aktion, die sich über mehrere Wochen durchziehen kann und um die neu geschaffene Ordnung anschließend aufrechtzuerhalten, hilft eine gute Portion von Konsequenz.

Es war wirklich so, dass ich schon beim Lesen eine große Lust auf das Aussortieren und Entrümpeln bekam. Dennoch spricht Marie Kondo in ihrem Buch* über einen Zeitraum von 6 Monaten. Um in dieser Zeit sich an die Regeln des Aufräumens zu halten, benötigt man schon eine gewisse Portion an Disziplin. Um nicht vorzeitig aufzugeben, ist es wichtig sich hin und wieder auf das Ziel des Vorhabens zu erinnern. Das motiviert unheimlich weiter zu machen. Auch sollte man bedenken, dass man sich genügend Zeit für die jeweiligen Schritte nehmen soll. Also zum Beispiel an einem Samstagnachmittag sich nur eine Kategorie vorzunehmen, dafür aber umso konsequenter durchzuführen. Übrigens sind die Tage, wo man Besuch erwartet dafür nicht empfehlenswert. Unter solchen Druck lassen sich nicht die richtigen Entscheidungen über den Verbleib der das Wegwerfen der Sachen treffen.

Die richtige Herangehensweise

Das weiterer Erfolgsschlüssel ist, zielgerichtet mit nach Plan vorzugehen. Für ein erfolgreiches Aufräumen sind nur fünf einfache Schritte zu tun:

  • 1. Gegenstände einer Kategorie zusammen sammeln
  • 2. sich mit den Gegenständen beschäftigen
  • 3. Gegenstände wegwerfen
  • 4. Gegenstände ordnen
  • 5. für jeden Gegenstand einen festen Aufbewahrungsort bestimmen

In diesem ersten Teil beschäftige ich mich mit den Schritten 1 bis 3. Auf die Schritte 4 und 5 gehe ich im Teil 2 näher.

Schritt 1 – Gegenstände einer Kategorie zusammen sammeln

Im ersten Schritt sammelte ich ALLE Gegenstände pro Kategorie an einem Haufen.

Aufräumen nach Kategorien, nicht nach Zimmern!

Das ist die beste Empfehlung, die ich von Marie Kondo anstandslos weitergeben kann. Dadurch bekam ich den notwendigen Überblick über all die Dinge, die wir in unserem Zuhause über die Jahre angehäuft hatten. Erst dann sah ich ein, dass ich selbst mit der Hälfte der Sachen ganz prima leben kann. Dabei empfiehlt Marie Kondo folgende Reihenfolge unbedingt einzuhalten:

Kleidungsstücke
Bücher
Schriftstücke, Papierunterlagen,
Kleinkram, Münzen, Schnickschnack
Fotografien

Ich bin entgegen dieser Empfehlung wie folgt vorgegangen:

Bücher
Nach dieser ersten Ausmistaktion ist ein ganzer Regal von den insgesamt drei Regalen überflüssig und wird demnächst zum Sozialkaufhaus gebracht. Außerdem habe ich mir das erste halbe Jahr Kaufverbot von Büchern und Zeitschriften erteilt. Stattdessen sind wir schon seit April 2016 Mitglieder bei der Stadtbibliothek, wo man wirklich alles ausleihen kann.

Zeugnisse aller Art
Danach folgten die gesamten Schulzeugnisse.  Behalten habe ich nur mein Abitur- und Diplomzeugnis. Dann waren die Bücher an der Reihe.

Alte Fotos
Als erstes sortierte ich in dieser Zeit die alten Fotos aus und warf alle bis auf die Fotos von meinem Toskana-Urlaub im Jahr 2009 aus.

Es war sehr hilfreich, vorher das Buch durchzulesen, denn ich trennte mich von Sachen, von denen ich mich vorher nicht traute. Aber wie Marie Kondo sinngemäß sagt: “Was nicht gebraucht wird, kann weg!!! So einfach ist das.

Schritt 2: Sich mit den Dingen beschäftigen

Im nächsten Schritt wählte ich dann diejenige Dinge aus, die ich brauche oder die mich glücklich machen. Dabei stellte ich mich die Frage: “Wieso brauche ich genau diesen Gegenstand?” “Warum macht es mich glücklich?” Nur wenn ich mir diese Frage für mich zufriedenstellend beantworten konnte, durfte ich es behalten. Die Sachen, zu denen ich jegliche Beziehung verloren beziehungsweise noch nie hatte, mussten weg. Somit reduzierte ich erfolgreich meine Schuhsammlung beachtlich um die Hälfte. Selbst wenn ich diese noch um die Hälfte reduzieren würde, müsste ich nicht barfuß laufen.

Schritt 3: Wegwerfen

Bei dem Gedanken, die aussortierten Sachen, Dinge und Gegenstände wegzuwerfen, fangen viele lieber erst gar nicht mit dem Aufräumen an. Das ist ein häufiges Phänomen. Dabei gibt es viele andere Wege des Entsorgens als nur Wegzuwerfen. Wir haben das Glück, ein Sozialkaufhaus in der Nähe zu haben, wo wir alle unseren aussortierten Sachen bislang spenden konnten und sie anstandslos dankend angenommen wurden.  

Hinweis: Dieser Beitrag wurde im Rahmen der Blogparade „Alles neu macht der Frühling: Mein Tipp für ein ordentliches 2018“, zu der Anita von Rosanisiert, Sabine von Ordnungsliebe und Sunday von the organized cardigan aufgerufen haben.

Comments

  1. Antworten

    Liebe Nira (oder Karin?),

    ich finde es ganz wichtig, was du schreibst und leider bleibt das oft zu unbeachtet:
    Das wichtige im Aufräuprozess ist nicht nur das Aufräuemn und Aussortieren selber, sondern das eigentliche Ziel, das „neue“ Leben, auf das man durch das Loslassen vom alten zusteuert.
    Und das sich alles, was sich da in 25 Jahren angesammelt hat, in der Regel (auch emotional!) nicht innerhalb von 5 Minuten beseitigen lässt und man / frau sich daher auf jeden Fall geung Zeit dafür nehmen sollte.

    Von daher hab ganz vielen lieben Dank für deinen Beitrag und die Einblicke in deine Zuhause!
    Ich bin gespannt, wohin dich deine Reise und dein Neustart bringen werden! Und was nach Teil 1 kommt! 🙂
    Ganz herzliche Grüße!
    Sunray

    1. Antworten

      Liebe Sunray,
      schön, dass du bei mir vorbei geschaut hast und dass es dir bei mir gefällt. Dann hat sich die ganze Mühe schon mal gelohnt! Nun ist nur wichtig dran zubleiben. Auf jeden Fall werde ich auf dem Blog über mein Neustart weiterhin berichten.
      Liebe Grüße von Karin alias Nira K.
      Was eigentlich rückwärts Karin bedeutet 🙂

      1. Antworten

        Ahhh, Danke für die Aufklärung, Nira! 😀

  2. Antworten

    Liebe Karin,
    danke für diesen tollen und informativen Beitrag. Ich habe nach 4 Umzügen auch mein Leben einmal so richtig „entrümpelt“ und mich von vielen Sachen getrennt. Zum Beispiel gibt es seit dem keine Deko mehr in meinem Leben, die ich nach Jahreszeiten ändere und immer wieder her- und wegräumen muss. Außerdem habe ich alle meine Bücher verschenkt und lese nur mehr digital. Es ist so unglaublich befreiend, weniger zu besitzen und in einem aufgeräumten Zuhause zu leben. Eine richtige „Routine“, wie du es so schön beschreibst, muss ich mir noch für meine Dokumente zurechtlegen. Da bin ich noch etwas chaotisch… GLG aus Österreich, Anita

    1. Antworten

      Liebe Anita,
      wow, aller Achtung, sich von sämtlichen Büchern und Deko zu trennen! Soweit bin ich noch lange nicht, auch wenn ich dieses Jahr meine Bücher schon ordentlich reduzierte. Du hast so Recht, in der digitalen Welt findet man heutzutage beinahe alles, was man lesen möchte. Nichtsdestotrotz besitze ich einige für mich wertvolle Bücher, die ich mir von meinen Reisen mitbrachte. Die dürfen mich weiterhin glücklich machen. Auch Deko reduzierte ich auf das Minimale. So kommen die Dekogegenstände auch besser zur Geltung. Ich bewundere, wie strukturiert und diszipliniert du beim Kofferpacken vorgehst. Ich glaube, wir können voneinander noch eine Menge abschauen 😉

  3. Antworten

    Hallo Nira
    Ein toller Beitrag zur Blogparade, und ja : wenn man sich von dem vielen Zeug trennt schaut es wirklich fast wie im Katalog aus. Auch ich miste seit zwei Jahren permanent aus, Deko gibt es nur mehr fürs ganze Jahr, Geschirr nur mehr ein Set für ALLE Anlässe , Bekleidung nur mehr was ich liebe und trage, und Bücher gibt es auch nur mehr geliebte Sachbücher Und meinen E- Reader. Durch diese gewollte Reduzierung der Dinge bin ich beim saubermachen meiner vier Wände so viel schneller fertig als früher – weil weniger rumsteht. Ein sehr angenehmer Nebeneffekt.
    Liebe Grüße
    Gina

  4. Antworten

    Hallo Nira,
    was ich am faszinierendsten finde ist ja, das man trotz vieler Jahre des Ausmistens und dem Wenigen Kaufen trotzdem immer und immer wieder Dinge findet, von denen man sich trennen kann. Wegwerfen ist in meinem Fall immer die letzte Option, ich bin dafür, meinen Sachen möglichst immer ein 2. Leben zu schenken. Danke für deinen interessanten Beitrag. 🙂

    LG Mel

  5. Antworten

    Liebe Nina,

    wie toll, dass du auch an unserer Blogarade teilnimmst! Du bist hier schon eindeutig weiter als wir. Gerade gestern habe ich mich daran gemacht, unsere Bücher auszusortieren. Schließlich liest man die meisten ja sowieso nicht noch einmal. Aber trotzdem war ich am Abend wirklich ganz schön geschafft. Deshalb großes Kompliment, wie du das Aufräumen durchgezogen hast – sieht klasse aus!

    Liebe Grüße
    Anita

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